‚Was zu tun ist!‘ Die Maulhelden Clement und Merz sind wieder da

Die beiden Quertreiber der deutschen Politik, die nur deshalb so überschätzt werden, weil sie mit allem grandios gescheitert sind, was sie angefasst haben, melden sich zurück. Die politischen Herzen der Deutschen fliegen ihnen immer noch zu, man weiß nicht warum. Vielleicht aus demselben Grund, aus dem die politischen Naivlinge der Bundesrepublik auch solche gescheiterten Existenzen wie den größten Technolkraten der deutschen Politik, nämlich Helmut Schmidt, am liebsten gnadenlos überfeiern und zum lebenden Staatsheiligtum verklären.

Merz und Clement haben jedenfalls gemeinsam ein Buch herausgebracht, um auch dem Letzten zu beweisen, dass sie nicht nur nichts gelernt haben, sondern auch keine einzige eigene Idee anbieten können, was denn wirklich zu tun sei und vor allem wie das geschehen soll.  Doch nennen sie ihr formloses Machwerk, ein politisches Fass ohne Deckel, Reifen, Boden oder auch nur eine einzige brauchbare Daube,  ausgerechnet Was jetzt zu tun ist. Deutschland 2.0. Dieser Bullshit alleine reicht jedenfalls, um von Presse und Fernsehen wieder maßlos verstärkt zu werden, ohne dass auch nur die Spur eines Zweifels daran aufkommt, ob an diesem Beitrag irgendetwas zu finden ist, das politischer Substanz ähnelt und die Meldung rechtfertigt.

Ganz vorne dabei natürlich wieder der Spiegel. In der Nr. 17 vom 26. April 2010 entblöden die zwei pensionierten Polit-Großmäuler sich nicht einmal, erst zur Revolution aufzurufen, um dann sofort wieder zurückzurudern – und zwar am Pariser Platz in Berlin, genau an der Stelle also, an der die Gruppe ’48 dieses Thema viel mutiger, radikaler und konsequenter angegangen ist:

SPIEGEL: Ist es an der Zeit für eine neue Partei, werteorientiert und reformfreudig? Ihr Buch könnte ja das Gründungsmanifest sein und Sie die Vorsitzenden.
Clement: Ja, genau, wir winken jetzt aus dem Fenster des SPIEGEL am Pariser Platz und rufen
Merz: auf zur Reform-Revolution!
SPIEGEL: Nur zu.
Clement: Im Ernst. Wir wollen zur Kehrtwende und zur entschlossenen Reform aufrufen und keine neue Partei oder neue Republik ausrufen.

Das bekommt man unter dem obigen Titel also bei Herder für 18,95 Euro:
0% Information
0% Unterhaltung
0% Ideen
0% Sex
0% Drugs
0% Rock’n Roll
dafür aber ganze 200 Seiten totes Holz mit Farbe im Schutzumschlag.

Nachschlag

Die beiden verbal inkontinenten Politgreise erhielten am 10. Mai 2010 glatt eine ganze Stunde Sendezeit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen der ARD bei der Labertasche Beckmann. Der ist ja wirklich hart im Nehmen, wenn es um Promi-Bullshit geht, aber bei den beiden Knalltüten ist es sogar diesem zahnlosen Fernseh-Buddha zu blöd geworden, und er zeigte so etwas wie sanften Unwillen angesichts der hohlen Phrasen, die sein Studio wie die Gase aus schlechter geistiger Verdauung einhüllten.

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