Na endlich: „Das Ende der Bundesrepublik“ im SPIEGEL!

Ja, das wäre der Hammer gewesen, wenn der SPIEGEL 2009 eine solche Titelgeschichte zu meinem Buch gemacht hätte! Es wäre auch ein willkommenes Indiz gewesen, dass dieses Magazin tatsächlich noch politisch aktiv ist. Leider ist so ein guter Titel schon lange nicht mehr erschienen. In diesem schrecklichen Gedenkjahr, das jetzt endlich zu Ende geht, hat der SPIEGEL zu den Grundgesetzfeiern und dem 20. Jahrestag der Wiedervereinigung nur langweilige Mitläuferprosa abgedruckt und sich vorgesehen, dass man ihn nicht vom STERN oder anderen Magazinen der Wartezimmerauslagen unterscheiden kann. Aber damals! Aber damals! Da hatte der SPIEGEL noch einen Sinn für das Große und Ganze. Das war ja auch noch vor der Zeit von Stefan Aust, der dem Blatt in Gutsherren- und schlimmer noch: Herrnreitermanier jeden  journalistisch, intellektuellen und sprachlichen Ehrgeiz ausgetrieben hat – siehe und lies die ätzende Polemik von Oliver Gehrs in Der Spiegel-Komplex. Wie Stefan Aust das Blatt für sich wendete.

Dieser hier abgebildete SPIEGEL-Titel zierte die Ausgabe Nr. 11 Anno Domini 1990. Ich habe ihn erst heute entdeckt – und das hat bei mir ein seltsames Gefühl der zeitlichen und historischen Unordnung erzeugt, als ob jemand im Kalender herumgepfuscht und wichtige Ereignisse willkürlich verschoben hätte.

Von dieser unsinnigen Übertitelung „Der Preis der Einheit“  möchte ich mich jedoch ausdrücklich distanzieren. Denn zum einen hat die Abschaffung der Bundesrepublik um der Einheit Deutschlands Willen nie stattgefunden – das wäre ja durchaus zu begrüßen gewesen, etwa in Form einer gemeinsamen Verfassung. Zum anderen soll damit andgedeutet werden, dass Einheit so teuer wird, dass die Bundesrepublik deshalb abgeschafft werden muss. Das ist völliger Unsinn und im Ende der Bundesrepublik habe ich so deutlich wie nur möglich geschrieben, dass wir die Einheit leicht finanziert hätten. Was der Bundesrepublik das Genick bricht, dass ist der Wahnsinn der großen Vereinigungspolitiker, alles, was schon im Westen  grundfalsch gemacht wurde, 1:1 auf die neuen Bundesländer zu übertragen, sprich den Föderalismus, das Beamtentum, die Bürokratie und ein längst abrissreifes Rechts- und Steuersystem.

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