Unangemeldete Demo auf der Leipziger Buchmesse

Das Team des Perlen Verlags, wo das Ende der Bundesrepublik erscheint,  ist mit acht, zeitweise sogar zehn Leuten in Leipzig zur Buchmesse angerückt, in einer Mannschaftsstärke wie vielleicht Suhrkamp oder Rowohlt. Es gab auch viel zu tun. Wir hatten eine ganze Reihe wichtiger Lesungen, wollten Großhändler treffen und das neue Verlagsprogramm 2009 (hier) vorstellen.

Die Hauptveranstaltung war natürlich die Lesung vom  Ende der Bundesrepublik am Samstag. Zuvor hatten unsere Freunde von der Agentur für Recht und Ordnung bereits seit Beginn der Messe mit Plakaten, Megaphon, verteilten Zitatenzetteln und auffälligen Anzügen auf die bevorstehende Veranstaltung hingewiesen. Sie sind auch vor dem Blauen Sofa aufmarschiert, wo das ZDF laufend Prominente interviewte, diesmal Bundespräsidentschaftskandidatin Gesine Schwan, die breit hinüber grinste zu unserem kleinen aber starken Agitatorentrupp. Der wurde dann aber unsanft vom Sicherheitsdienst abgedrängt und wir wurden darauf hingewiesen, dass wir nur innerhalb unserer Standfläche für unsere Veranstaltung werben dürfen – vier Personen mit Transparenten und Plakaten auf 4 Quadratmeter? Von wegen. Unsere wackeren Demonstranten und Einheizer waren dann erst richtig angestachelt, zeichneten Interviews mit Messebesuchern zum Thema auf, durchpflügten alle Messehallen mit ihrer Botschaft und freuten sich über das große Interesse und den Zuspruch.

christian_edbplakat1

Christian Eckert hatte Spaß mit Plakat und Megaphon in der Masse

agitatoren1Die Agentur für Recht und Ordnung in Aktion

Am Abend vor der Lesung saßen wir alle in unserem War Room zusammen und berieten, wie wir das gestalten sollten. Ist es eine gute Idee, sich vor das Publikum zu setzen und mit geneigtem Kopf aus einem Buch zu lesen, das zur demokratischen Revolution aufruft? Der Verleger Harald Steinhausen rief plötzlich laut aus: „Ich hab’s!“ Seine Idee war es, die Lesung in eine unangemeldete Demo zu verwandeln. Wir würden nicht sitzen, sondern stehen. Wir würden nicht die Details des Buchinhalts vorstellen, sondern die Ideen gleich in politische Sprache umsetzen. Und so geschah es dann auch. Im Duett hielten Harald Steinhausen und ich eine politische Rede und wir forderten das Publikum auf, sich für eine neue Verfassung einzusetzen, eine neue Republik in Deutschland zu gründen.

Die Diskussion war ein spannender Schlagabtausch, wichtige Fragen zu diesem Konzepts kamen zur Sprache und konnten mit dem Publikum erörtert werden. Auch als die Demo aufgelöst wurde gingen hitzige Gespräche weiter.  Es wurde, wie eine Leipziger Bibliothekarin uns ein paar Tage später erzählte, die viele Meinungen gesammelt hatte, die beste Veranstaltung der Buchmesse. Und uns hat es einen Riesenspaß gemacht.

Die Videos und mehr Bilder folgen in Kürze.

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One Response to Unangemeldete Demo auf der Leipziger Buchmesse

  1. Reginald Grünenberg sagt:

    Ist doch schon längst online! Einfach im Blog nach oben scrollen;)
    oder
    https://bundesrepublik.wordpress.com/2009/04/14/demo-auf-der-leipziger-buchmesse-das-video/

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